Wirtschaft Bünde Newsletter



Startseite » Aktuelles

Aktuelles

16.01.2012 Aufruf zum Mitmachen

Seekuh-Skelett vor 100 Jahren entdecket: Jubiläumsausstellung will Doberg-Geschichten präsentieren

Bünde. Die aktuelle Sonderausstellung zu den Insekten zieht erfreulich viele Besucher an. Derweil plant das Museum Bünde bereits die nächste Schau. Sie soll Anfang Mai eröffnet werden und trägt den vorläufigen Arbeitstitel „Doberg, ein vielfältiger Ort". Im Moment sucht das Museumsteam alte Fotos und Zeitzeugen zu dem Thema.

Vor einhundert Jahren entdeckte der Steinbrucharbeiter Fritz Hüffmann am Doberg ein versteinertes Tierskelett; Professor Friedrich Langewiesche identifizierte es als ein Seekuh-Skelett aus der etwa 30 Millionen Jahren zurückliegenden Oligozän-Zeit. „Die sensationelle Entdeckung sorgte damals für wissenschaftliches Aufsehen und ist heute ein wichtiges Exponat in der Dauerausstellung des Dobergmuseums", erzählt Museumsleiter Michael Strauß. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums widmet das Museum Bünde dem Doberg eine Sonderausstellung. Dabei soll der in der Wissenschaft international bekannt Ort nicht nur aus geologischer Sicht betrachtet werden, sondern mit all seinen Facetten.

„Der Doberg ist ein faszinierendes Thema und beliebtes Ausflugsziel", sagt beispielsweise Willi Fleddermann, der viele Jahre ehrenamtlich unter anderem im Förderverein des Dobergmuseums mitarbeitete. Fleddermann: „Früher konnte man im Doberg an einem kleinen Stand Zuckerware und Sprudel kaufen, es gab dort sogar ein kleines Kettenkarussell, das für Freizeitvergnügen sorgte. Bei Schnee riefen die ´Doberger Alpen´ zum Wintersport. Kinder spielten und kletterten im Doberg."

Die Sonderausstellung soll am ersten Maiwochenende in Kombination mit einem Museumsfest eröffnet werden und dann möglichst alle bekannten Nutzungen des Dobergs dokumentieren. „Wir wollen den ganzen Doberg vorstellen: historisch, naturwissenschaftlich und gesellschaftlich", kündigt Museumstechniker Ulrich Franzrahe an. Er sieht die Ausstellung ausdrücklich als ein Gemeinschaftsprojekt aller Bünder und ruft zum Mitmachen auf: „Sehr viele können bestimmt etwas dazu beitragen."

Bekannt ist unter anderem, dass mindestens seit dem 18. Jahrhundert im Doberg Mergel abgebaut wurde und im 19. Jahrhundert die ersten paläontologischen Funde dokumentiert wurden. Außerdem gab es dort im 20. Jahrhundert eine Freilichtbühne und während des Nazi-Terrors heimliche Treffen von Antifaschisten. Inzwischen ist der Doberg ein anerkanntes Bodendenkmal und steht aufgrund seiner außergewöhnlichen Flora und Fauna zusätzlich unter Naturschutz.

„Für die geplante Sonderausstellung suchen wir zum Beispiel historische Fotos, Briefe, Berichte und Geschichten sowie Zeitzeugen, die uns mit Informationen weiterhelfen können", so Strauß. Das Museumsteam ist über jeden Hinweis dankbar. Michael Strauß und Museumsmitarbeiter Ulrich Franzrahe sind tagsüber telefonisch zu erreichen: (05223) 793300. Hinweise nimmt auch Willi Fleddermann vom Verein „Südlengern aktiv" entgegen: Telefon (05223) 84783.



» Zurück zur Übersicht